Geschichte: Gang nach Canossa
- Datum: 08.03.10
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Thematische Einordnung:
Der Gang nach Canossa fand 1076 statt. Er war ein Wendepunkt im Investiturstreit im 11. und 12. Jahrhundert. Als Investiturstreit bezeichnet man die Kompetenzstreitigkeiten zwischen Papst und Kaiser. Kaiser und Papst stritten um das alleinige Recht Bischöfe und Äbte einsetzen zu dürfen. Die hohen Geistlichen übten nämlich auch bedeutende politische Macht im Kaiserreich aus.
- Tags: Begrifferklärung, Canossa, Investiturstreit, Mittelalter, Religionsgeschichte
Im Investiturstreit hatte Papst Gregor VII. über König Heinrich IV. einen Kirchenbann verhängt. Das heisst der Kaiser war von nun an aus der Kirche ausgeschlossen. Grund dafür war, die Reaktion des Kaisers auf ein Mahnschreiben des Papstes. Auf dieses Schreiben hin, hat Heinrich IV die deutschen Bischöfe von ihrer Gehorsamspflicht gegenüber dem Papst entbunden und die Abdankung des Papstes gefordert. Die Wahl Gregors entsprach nämlich nicht dem festgelegten Vorgehen bei einer Papstwahl.
Gregor sprach sofort den Kirchenbann über Heinrich und erkannte ihm das Recht zu herrschen ab:
„[…] spreche ich König Heinrich […] die Herrschaft über das Reich der Deutschen und Italiens ab, löse alle Christen vom Eid, den sie ihm geleistet haben […] und untersage, dass ihm irgendjemand fortan als König diene [… und] binde ich ihn […] mit der Fessel des Kirchenbannes“.
Heinrich IV war damit völlig machtlos und ohne jeden Schutz. Adlige im Deutschen Reich konnten den Kaiser nun bedrängen und große Forderungen stellen; Heinrich war quasi machtlos. Die deutschen Fürsten setzten Heinrich eine Frist von 1 Jahr und 1 Tag, um vom Bann gelöst zu werden, würde er dies nicht schaffen, würde er entmachtet werden. Da manche Herzöge Heinrich die Durchreise durch ihre Länder nicht erlaubten, musste er einen gefährlichen Umweg über Burgund nehmen.
In Canossa angekommen, musste Heinrich um Verzeihung bitten, doch der Papst wollte ihn zuerst nicht vom Bann lösen. In alten Überlieferungen ist zu lesen: " hier stand er nach Ablegung der königlichen Gewänder ohne alle Abzeichen der königlichen Würde,[…] barfuß und nüchtern, vom Morgen bis zum Abend […]. So verhielt er sich am zweiten, so am dritten Tage. Endlich am vierten Tag wurde er zu ihm [Gregor] vorgelassen, und […] wurde er schließlich […] vom Bann losgesprochen.“
Heute weiß man, dass es üblich war, dass der Bittsteller erst einige Tage draußen warten musste, bevor der Papst den Bann aufhob.
Literaturtipps & verwendete Quellen:
Frederik Berger: Canossa. Rütten und Loening, Berlin 2004
Der König kniet…, Artikel aus: Die Zeit, 20. Juli 2006
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Wiki-Autor:
| Name: | Sri-Miriam F. |
| Alter: | 23 |
| Fach: | Deutsch, Geschichte, Latein, Politik, Sozial- / Gemeinschaftsku |
| Ort: | München |
| Preis: | 14,20 € |
Es macht mir Spaß mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, ihnen etwas beizubringen und die "Lebendigkeit" des Lehrstoffs zu vermitteln . Ich selbst bin neugierig und lerne gerne dazu. Ich finde es schön, Andere dabei zu unterstützen.
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