Geschichte: Vittorio Emanuele II. - Italien als Nation 1861 und ihr erster König
- Datum: 09.09.10
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Thematische Einordnung:
Geschichte, italienische Geschichte, europäische Geschichte
- Tags: Geschichte, Italien, Risorgimento
Italien ist als Nation zehn Jahre älter als Deutschland. 1861 wurde „Emanuele secondo“ König der konstitutionellen Monarchie Italien. Deutschland wurde 1871 „einig Vaterland“ (Deutsches Reich) durch die Kaiserproklamation Willhelm I. (König von Preußen) in Versailles nach Ende des deutsch-französischen Krieges. Beide Länder gelten durch ihre junge Nationalstaatlichkeit als “verspätete Nationen”.
- Das Risorgimento im Überblick
Das Risorgimento (Wiedererhebung) dauerte von 1815 (Wiener Kongress) bis ungefähr1860/70. Untrennbar ist das Risorgimento mit dem sehr beliebten und volkstümlichen Freiheitskämpfer und –fanaten Giuseppe Garibaldi (geb. 1807 in Nizza, gest. 1882 in Caprera) verbunden. 1860/61 befreite er als letzten großen Akt des Risorgimento Sizilien und Neapel (Königreich beider Sizilien) aus der Hand der Franzosen (Bourbonen). Die Bevölkerung dort sprach sich für die Vereinigung mit Italien per Plebiszit aus. Garibaldi galt als Volksheld der Einigung. In seinem Einigungskampf und –bestreben verachtete er das Papsttum und den Kirchenstaat und das Haus Habsburg und die österreichischen Besetzer in Norditalien.
Das Risorgimento ist mit wichtigen und bekannten Persönlichkeiten verbunden, z.B.
- Federigo Confalonieri,
- Giorgio Pallavicino,
- Daniele Manin,
- Giuseppe Mazzini.
Mit Vittorio Emanuele II und seinem Mitstreiter Cavour nahm das lange dauernde Risorgimento seinen erfolgreichen Ausgang und mündete 1861 in die Nationalstaatsbildung Italiens. Allerdings wurde von einigen Freiheitskämpfern die Einigung mit einer konstitutionellen Monarchie als „aufoktroyiert und von oben herab“ angesehen.
- Viktor Emanuel II
Emanuele lebte von 14.3.1820 bis 9.1.1878, stammte aus dem Haus Savoyen und war von 1849 bis 1861 König von Piemont-Sardinien. Gegen Endes des Risorgimento setzte er sich an die Spitze dieser Freiheits- und Einigungsbewegung, stark unterstützt durch seinen Hauptberater und königlichen Ministerpräsidenten Graf Camillo Benso von Cavour. Die Hoffnungen der Italiener nach einer geeinten Nation ruhten und lasteten auf Emanuele und Cavour.
Giuseppe Verdi, in dieser Zeit auf der Höhe seiner Laufbahn und Berühmtheit, unterstützte, förderte und animierte mit seinen zahlreichen und begnadeten Opernwerken diese Bewegung kulturell und künstlerisch, gerade was die Gefühle und Seelen der nach Einigung gierenden italienischen Bevölkerung anbelangte. VERDI stand für italienische Opernmusik und für „Vittorio Emanuele Re d´Italia“ (Viktor Emanuel König von Italien). Er wurde in seiner Heimat auch als Abgeordneter gewählt.
„Va pensiero sull´ali dorate“
“Flieg, Gedanke, getragen von Sehnsucht”
[Verdi, Nabucco, dritter Akt, Chor der Hebräer]
Viele Straßen und Plätze in Italien tragen den Namen Vittorio Emanuele. In Rom wurde ihm das „Monumento Vittorio Emanuele II“ (die sogenannte „Schreibmaschine“) errichtet.
1870 wurde Rom Hauptstadt Italiens.
- Der Preis der Einigung
Der Preis der Einigung und Staatsbildung Italiens durch und mit Emanuel musste aber teuer und schmerzlich erkauft werden. Italien verlor an Frankreich Nizza und Savoyen (Gebiet zwischen Schweiz, Piemont und Savoie), was vorher zum Königreich Sardinien gehörte. Auch hier wurde eine Volksabstimmung gemacht. Gerade Garibaldi, der in Nizza geboren wurde, konnte diesen Schmerz nur schwer ertragen.
- Musik während der Staatsbildung Italiens
Opern Giuseppe Verdis (Beispiele):
- Nabucco
- Un Giorno di Regno (König für einen Tag)
- I Masnadieri (Die Räuber)
- Rigoletto
- Ernani
- La Forza del Destino (Macht des Schicksals)
- La Traviata
- Les Vepres Siciliennes (Die Sizilianische Vesper)
- Literatur:
- Ricarda Huch: „Garibaldi“
- Ricarda Huch: „Das Risorgimento”
- Ricarda Huch: “Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri”
- Rudolf Lill: „Geschichte Italiens vom 16. Jahrhundert bis zu den Anfängen des Faschismus“
- Karl Holl: „Verdi“
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