Geschichte: Triest - Tor zur Welt für k.u.k. Österreich-Ungarn
- Datum: 24.07.10
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Thematische Einordnung:
Geschichte Österreich-Ungarn, Geschichte Italien
- Tags: Geschichte, Italien, Österreich, Risorgimento, Triest
Triest (ital. „Trieste“, slow./kroat. “Trst”) ist aus dem römischen “Tergeste” hervorgegangen.
1382 stellte sich Triest, „die Stadt ohne Hinterland“ und dominiert von der mächtigen Rivalin Venedig, freiwillig unter den Schutz des Hauses Habsburg. Damit beginnt Österreichs Geschichte am Meer.
1719 erklärte Kaiser Karl VI. Triest (auch Fiume, das heutige Rijeka) zum Freihafen.
Maria Theresia (1717-1780) fördert Österreichs „maritimes Tor zur Welt“ stark; sie gründet die „Triester ostindische Handelskompanie“ und richtet eine regelmäßige Postkutschenverbindung zwischen Wien und Triest ein.
Mit dem Italien-Feldzug Napoleons verliert Österreich 1809 seine Besitzungen Triest, Istrien und Dalmatien für kurze Zeit. Sie gehen als „illyrische Provinzen“ in den Besitz Frankreichs über. Mit dem „Wiener Kongress“ 1814/15 und der Bezwingung des napoleonischen Kaiserreiches kommen diese (und andere) Ländereien wieder in den Besitz Österreich-Ungarns.
Triest wird zu einer großen, reichen und internationalen Hafenstadt. 1836 wird der „Lloyd Austriaco“ oder „Österreichische Lloyd“ als Schifffahrtsunternehmen gegründet, der bis zur Jahrhundertwende eine der größten Reedereien der Welt wurde. 1919 ging der Lloyd Austriaco in den „Lloyd Triestino“ über, den es noch heute gibt. Für die Auswanderungen im 19. Jahrhundert wurde die „Austro-Amerikana“ gegründet. Für Triest als Versicherungsstadt, diese ist sie noch heute, wurde damals der Grundstock gelegt; 1831 wurde die „Assicurazioni Generali“ gegründet, 1838 die „Riunione Adriatica di Securità“.
In der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wurde Triest 1849 zur „reichsunmittelbaren Stadt“ erklärt und erhielt 1867 zusammen mit dem Küstenland den Status eines „k.u.k. Kronlandes“.
Die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie (auch „Donaumonarchie“) bestand aus dem Kaiser-/Königreich Österreich und dem Königreich Ungarn.
„k.u.k.“ steht für “kaiserlich und königlich” und meint und betrifft beide Monarchien (z.B. in der Aussen-, Sicherheits-, Finanzpolitik).
„k.k.“ heißt „kaiserlich-königlich“ und betrifft nur das Kaiserreich Österreich.
„k.u.“, „k.ung.“, „m.k.“ (magyar királyi) steht für „königlich ungarisch“ und betrifft nur das Königreich Ungarn.
Architektonisch ist Triest mit seinen ungefähr 550 Jahren Habsburger- und Österreich-Geschichte davon stark geprägt und äußerst sehenswert.
„Wer die k.u.k. Monarchie verstehen und begreifen will, muss in Triest beginnen!“
Im Schloss „Duino“ lebte zeitweise Dante Alighieri; Rainer Maria Rilke verfasste dort seine „Duineser Elegien“. Das berühmte Schloss „Miramar“ ist eines der Wahrzeichen Triests. Castel Nuovo ist im Besitz des Fürstenhauses Thurn und Taxis.
Mit dem „Risorgimento" – der Einigungsbewegung und Nationalstaatsbildung von 1814 bis 1861 – und dem Vereinigten Königreich Italien unter Vittorio Emanuele II ab 1861 setzte in den (noch) nicht zu Italien gehörenden Gebieten, vor allem in Triest, die Bewegung des „Irredentismus“ (ital. „Irredenta“) ein. Diese war eine national-italienische Bewegung zum Zwecke des Anschlusses an das junge Italien.
1915 tritt Italien gegen Österreich und das Deutsche Reich in den ersten Weltkrieg ein. Es beginnen in diesem Jahr die sehr verlustreichen und für Italien zermürbenden 12 „Isonzoschlachten“ im Hinterland Triests (siehe Tutoria-Artikel „Der blutige Fluss“). Triest und andere Gebiete konnte von Italien nicht eingenommen werden, die Kämpfe blieben für Italien erfolglos und endeten mit einem Fiasko für die italienische Armee.
Mit dem Ende des ersten Weltkriegs gehen die sogenannten „Welschen Confinen“ – die österreichischen Besitzungen in Norditalien (Triest, Trentino u.a.) – 1919 an das Königreich Italien über (Friedensvertrag in Saint-Germain-en-Laye).
Triest war 537 Jahre habsburgisch und österreichisch und ist wohl die österreichischste Großstadt Italiens.
Literatur/Quellen:
- Renate Basch-Ritter, „Österreich-Ungarn in Wort und Bild“, Verlag Styria, Graz 1989
- Rudolf Lill, „Geschichte Italiens vom 16. Jahrhundert bis zu den Anfängen des Faschismus“, Wissenschaftlich Buchgesellschaft, Darmstadt 1980
- Fausta Cialente, „Die Schwestern Wieselberger“, List Verlag, München 1977, (Original: „Le quattro ragazze Wieselberger“)
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Wiki-Autor:
| Name: | Franz B. |
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| Fach: | Betriebswirtsch |
| Ort: | Hamburg |
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