Latein: "dormiens"
- Datum: 24.11.09
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Thematische Einordnung:
Übersetzungshilfe
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“dormiens” ist ein Partizip Präsens Aktiv.
Was ist ein Partizip Präsens Aktiv? Es ist:
a) ein participium (Mittelwort), also eine deklinierbare abgeleitete Form eines Verbs
b) prae-sens (von praeesse), also “mir (jetzt) vor Augen stehend”, d.h. gegenwärtig/ gleichzeitig
c) Aktiv, meint also jemanden, “der etwas tut”
Ein “praesens” ist also “jemand, der mir vor Augen steht”
Ein “dormiens” ist also “jemand, der schläft” – das Partizip Präsens Aktiv ist aber einendig, d.h. es hat für den Nominativ Singular jeweils die gleiche Form. Ich muss also schauen, welches Geschlecht das Bezugswort hat. Je nachdem lautet die Übersetzung dann natürlich anders! Wenn es als “Participium coniunctum” (Prädikativum) verwendet wird, kann man es auch verstehen “als ein Schlafender/ als eine Schlafende/ als ein Schlafendes” oder “in schlafendem Zustand”
Participium coniunctum ans Subjekt angeschlossen: “hac nocte dormiens per domum ambulavi” (Heute nacht ging ich in schlafendem Zustand durchs Haus spazieren"
Participium coniunctum ans Objekt angeschlossen: “te dormientem inveni” (ich fand dich schlafend vor – ich fand dich, als du gerade schliefst)
Partcipium absolutum: “patre dormiente” am besten als Nebensatz: während mein Vater schläft/ schlief
Manchmal, aber eher selten, kann man es auch “attributiv” übersetzen (d.h. wie ein Eigenschaftswort):
Draco dormiens numquam titillandus (est) – Einen schlafenden Drachen darf man nie kitzeln (wörtlich: ein … darf nie gekitzelt werden).
Das geht aber nur, weil wir uns schon beim Lesen vorstellen: “ein Drache in schlafendem Zustand” – das liegt an unserer kulturell überlieferten Vorstellung von Drachen, wie sie sonst sind.
Literaturtipps & verwendete Quellen:
Hahn, Christoph: Latinum für Studenten; Schmetterling-Verlag, Stuttgart
Wiki-Autor:
| Name: | Michael T. |
| Alter: | 54 |
| Fach: | Latein |
| Ort: | Stuttgart |
| Preis: | 14,20 € |
Meine Lehrer und mein Vater haben mich sehr gefördert.1983 kam ich ohne Beruf nach Stuttgart zurück und fing mit Nachhilfe an, einfach weil es das war, was ich am besten konnte.Gerne denke ich mir auch "alternative" Lernmethoden oder -konzepte aus.
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