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Latein: Konzept für erfolgreichen Lateinnachhilfeunterricht

Im Folgenden sind mit “Schüler” immer beide Geschlechter angesprochen!

1) Der Schüler hat zu jeder Stunde seine Arbeitsunterlagen bereit, dazu Konzeptpapier und Stifte, gerne auch Farbstifte. Idealerweise hat er sich Fragen aufgeschrieben oder weiß bereits, an welchem Thema er arbeiten will.

2) Der Schüler schafft sich auf Empfehlung geeignetes Lernmaterial an. Dazu gehört eine Grammatik, mit der er gut arbeiten kann, sowie ein Wörterbuch. (Das Vokabelverzeichnis des Lehrbuches reicht auf Dauer nicht aus.)Der Umgang mit dem Wörterbuch wird im Nachhilfeuntericht eingeübt.

3) Der Schüler übt täglich zu Hause 10 bis 20 Minuten, evtl. über den Tag verteilt, am besten zu gleichbleibenden Zeiten. Bei Bedarf lässt er sich von einer Person seiner Wahl daran erinnern und/ oder abfragen. Das dient zum Wiederholen und Festigen der Formenlehre. Diese Übungszeiten sind nicht abgedeckt durch die laufenden Hausaufgaben aus dem Schulunterricht.
Das kann Formenlehre der Verba sein, evtl. nach Tabelle.
Das kann Formenlehre der Nomina sein, s. im tutoria-wiki unter Wochentags-Deklinationen.

4) Der Schüler informiert die Lehrkraft, sobald er den Termin seiner nächsten Klassenarbeit weiß, so dass Paniklernen vermieden werden kann.

5) Wenn Nachhilfeunterricht speziell als Klassenarbeits-Vorbereitung gebucht wird, soll der erste Termin möglichst früh stattfinden, spätestens zwei Termine vor dem Termin der Klassenarbeit.

6) Die Lehrkraft erkundigt sich danach, ob sie Kontakt zum Fachlehrer aufnehmen darf.

Der Schulstoff lässt sich in LERNSTOFF und VERSTÄNDNISSTOFF gliedern. Der Lernstoff liegt eindeutig in der Verantwortung des Schülers. Das muss immer wieder sachlich und unaufdringlich gesagt werden. Im Bedarfsfall müssen dem Schüler neue Lerntechniken gezeigt und mit ihm eingeübt werden, die sich vor allem nach dem Lerntyp des Einzelnen zu richten haben. Dabei können auch Hilfsmittel zum Einsatz kommen: Karteikarten (auch für grammatische Themen!), elektronische Hörmedien zum Aufnehmen und ähnliches. Ganz wichtig ist auch, dass klar wird, was an Transferleistungen beim Vokabel- und Stammformenlernen stillschweigend vorausgesetzt wird und welche Bedeutungen diesem Zusatzuwissen nachher beim Textverständnis zukommt.

Der Nachhilfeunterricht soll das Sprach- und Grammatikverständnis des Schülers vertiefen, auch für die deutsche Sprache. Dabei hilft es, grammatische Fachbegriffe (auch des Deutschen) im Lateinlexikon aufzuspüren (z.B. kommt Präposition von “praepositio”: das davorgestellte) Auch Übersetzungsübungen Deutsch-Lateinisch, mögen sie aus Zeitgründen auch aus der Mode gekommen sein, sind manchmal hilfreich. So lässt sich Grammatik als Ordnungssystem verstehen, in dem das Komplizierte auf dem Einfachen aufbaut. Immer wieder muss daher gefragt werden, ob das Alte, auf dem etwas Neues aufgebaut werden soll, auch wirklich verstanden worden ist.

Auf Wunsch wird ein Regelheft geführt, in das diktiert wird; die Lehrkraft “überwacht” die Führung dieses Heftes und korrigiert evtl. Schreib- oder Verständnisfehler. Auch die Arbeitsblätter aus dem Schulunterricht müssen daraufhin durchgesehen werden, ob ihr Inhalt beim Einzeln wirklich angekommen ist.

Jeder Schüler sollte die Möglichkeit haben, unter Anleitung Tabellen im Großformat anzufertigen, die er dann idealerweise in seinem Zimmer aufhängen kann. Hierbei denke ich etwa an den “Verbformenbaum”, eine Darstellung der Konjugationsformen in drei Stämmen nebeneinander. Links der Präsensstamm, in der Mitte der Perfekt-Aktiv-Stamm, rechts der Perfekt-Passiv-Stamm. Hierfür sollte ein Beispielverb ausgewählt, das dem Schüler vertraut ist, idealerweise ein persönliches Passiv bilden kann. (sonst muss ich womöglich, wie bei “ire”, Passivformen bilden, die im Kontext überhaupt keinen Sinn ergeben, daher auch nicht vorkommen.)

Wenn auf Wunsch Vokabeln abgefragt werden, dann auch Deutsch-Lateinisch. Auf die Entgegnung “das brauchen wir nicht”, ist meiner Meinung nach folgendes zu sagen: Latein hat (wie Altgriechisch) gegenüber Englisch, Französisch und allen übrigen “modernen” Sprachen den Nachteil, dass man es zu wenig hört und noch weniger spricht. Sprechen besteht aus Mundbewegungen, die Impulse ans Gehirn senden. Der Klang von “pugnare” ist, beachtet man das “G” und spürt man es im Gaumen, eben anders als ein “putare”, das ich aus den Zähnen “herausschieße”. Zum Vokabellernen gehören selbstverständlich auch die Zusätze wie Genitiv, Neutrumsignal wie -e bei Adjektiven und die vollständigen Stammformen. Bei Verben ist auch sehr auf das lange e der e-Konjugation zu achten. Nur so lässt sich später ein Ordnungssystem der Konjugationen aufrechterhalten.
Für Wort-Verwechslungen gibt es meiner Erfahrung nach nur individuelle Lösungen. Es gibt vom Klett-Verlag (Stuttgart und Leipzig) ein Fehler-abc Latein, das ich vor einiger Zeit speziell für Verben umgearbeitet habe. Aber auch das geht davon aus, dass das Verwechseln ganz bestimmter Verben “Allgemeingut” wäre – so ist es nicht.

Und ein letzter, GANZ WICHTIGER PUNKT: Nachhileunterricht darf Spaß machen!

Wiki-Autor:

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Name: Michael T.
Alter: 54
Fach: Latein
Ort: Stuttgart
Preis: 14,20 €
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Qualifikation:
verifiziert

Integrität:
-
Was mir am Nachhilfeunterricht geben Spaß macht:

Meine Lehrer und mein Vater haben mich sehr gefördert.1983 kam ich ohne Beruf nach Stuttgart zurück und fing mit Nachhilfe an, einfach weil es das war, was ich am besten konnte.Gerne denke ich mir auch "alternative" Lernmethoden oder -konzepte aus.

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