tutoria-Nachhilfe-Wiki

Suchen

tutoria

Bei tutoria gibt es aktuell 1390 Tutoren für Latein Nachhilfe

Mitmachen

Fachbereich

Nachhilfe

Latein: Das T von Latein

Zu Beginn unserer ersten Einheit frage ich meine Schüler (=Kunden!): “Was möchtest du von mir?” Eine der häufigsten Antworten ist dann: “Ich verstehe die Grammatik nicht.”
Puh! Das sitzt! Ich erhole mich einen Moment lang von dieser niederschmetternden Aussage und frage dann: “Lernst Du Deine Formen regelmäßig?”
Ich bin ein fauler Mensch, von Natur aus. Das heißt für mich, ich tue nur das, was absolut notwendig ist. Weil ich aber in meinem Leben keine Schwierigkeiten haben will, prüfe ich genau: Was ist denn notwendig?
Das Wort “Grammatik” wird für mein Gefühl verwendet wie etwas, was “Bäh” ist, was man nur widerwillig zu sich nimmt, wenn überhaupt. Ich hatte einmal einen Nachhilfeschüler in Englisch, schon erwachsen, dem sich bei dem Wort Grammatik der Magen zusammenkrampfte. Das rührte zum einen von schlechten Schulerfahrungen, zum anderen von dem Gefühl, sich einem erbarmungslosen System von “richtig” und “falsch” gegenüberzusehen, ähnlich einem Minenfeld.
Nun haben wir ja alle einen Sprache gelernt, unsere “Muttersprache”, die Engländer nennen Muttersprachler “native speakers”, also Menschen, die in ihre Sprache “hineingeboren” sind. Wenn unsere Muttersprache Deutsch ist, haben wir schon ein gerüttelt Maß Training in Formenlehre und Unterscheidung “der-die-das” hinter uns. Wir haben es freilich meistens übers Hören und Nachsprechen gelernt, bekamen unsere Fehler – wenn überhaupt – meistens liebevoll korrigiert und wuchsen so in “unsere” Sprache hinein. Bei anderen Sprachen ist es ähnlich, die “grammatischen” Hürden sind nur andere.
“Grammatik” ist die Lehre vom geschriebenen Wort, und jeder hat die Freiheit, anders zu sprechen, solange er es nicht in der Schule im Sprachunterricht tut.
Wie schade! Wie schade, dass wir uns in einer Sprache nur “zugangsberechtigt” fühlen, wenn wir “korrekt” sprechen.
(Beim Schreiben nehme ich es genauer, weil ich mich damit einem größeren “Publikum” öffne, das ich vielleicht gar nicht kenne; deswegen finde ich, dass dort tatsächlich die Regeln der Grammatik “herrschen” dürfen.)

Grammatik besteht aus Formenlehre und Satzlehre

Grammatik ist für mich eine Art Straßenverkehrsordnung: die Straßen sind die Sätze, die Wörter sind die Autos. Ab und zu kann auch mal ein Eselskarren vorbeirumpeln, der verhält sich dann ganz anders, womöglich unberechenbar.
Gut, und wenn die Autos sich jeweils im Satz einordnen, je nachdem wohin, verändern sie sich, das nennt man dann Formenlehre. Und bei der Formenlehre gibt es schlicht nichts zu verstehen, nur zu lernen und zu üben.

Die Satzlehre erklärt, wie Einbahnstraßen funktionieren, Kreisverkehr, Unterführungen, Ausfahrten und derlei. Da kann man sich “verfransen”, wenn man aber sein Auto kennt, findet man den Weg leichter wieder zurück. Und hinterher kann man sich ja noch auf der Karte anschauen, wieso man sich ausgerechnet da verfahren hat.

Deswegen steht mein “T” für “Trainiere deine Formen täglich, mindestens fünf Minuten” (Siehe auch meinen Artikel “Die Wochentagsdeklinationen” hier im Wiki.)
Wenn Du in den deutschen Formen unsicher bist, schau doch mal im Duden nach: Wie bildet man das Passiv des Futurs beim deutschen Verb? Wie dekliniert man: ein kluger Bauer?
Die Lehrerin oder der Lehrer in der Schule müssen erwarten dürfen, dass Du Deine Formen lernst. Du kannst sie aufschreiben, mit der rechten und/ oder der linken Hand, sie laut sprechen, sie singen, dazu Bewegungen machen, sie laufen, sie springen, Ball dazu spielen, Farben dazu malen, nur: DU MUSST SIE LERNEN!!
Du musst sie nicht so lernen, wie Dein/e LehrerIn es empfiehlt; er/ sie mag ein ganz anderer Lerntyp sein. Und – jetzt kommt das Ungeheuerliche: du musst sie lieben. Du musst diese Formen lieben wie treue kleine Haustiere, sonst kommen sie nicht freiwillig zu dir.
(Ich traue mich das natürlich nur hier am Computer zu schreiben, weil niemand mit Tomaten nach mir werfen kann.)
Du musst natürlich nicht, niemand kann gezwungen werden, etwas zu lieben. Aber es geht viel leichter, und die Disziplin (Brrr! schon wieder so ein Bäh!-Wort), die Disziplin, die Du zum Durchhalten brauchst, kommt dann leichter.
Und dann, wenn Du in den Formen sicher bist, notfalls Deinen Lehrer gefragt hast, was genau an der “gemischten Deklination” “gemischt” ist, warum es wichtig ist, dass man bei den Verben der e-Konjugation das e lang spricht, erst dann kommt die Satzlehre dran.
Du musst von Deiner Lehrerin/ Deinem Lehrer erwarten dürfen, dass sie/ er Dir die Satzlehre erklärt. Nicht nur dir Strafzettel (sprich: schlechte Noten) gibt, weil Du Dich nach der Ausfahrt falsch eingeordnet hast, sondern e r k l ä r t : welche Pfeile genau sagen Dir die Fahrtrichtung?

(Anmerkung am Rande: Wenn sie/ er mit grammatischen Fachbegriffen um sich wirft, dann frage ihn doch behutsam, was z.B. (im Deutschen!) eine Konjunktion ist und was ein Konjunktiv (völlig verschiedene Dinge, sie klingen nur ähnlich!) Wenn sie/er sich über so eine Frage aufregt (es gibt solche Menschen), reiche ihm eine Tasse Baldriantee und besorg’ Dir einen Grammatikduden.)

Aber im Ernst: Du musst Dir die Sicherheit in den Formen antrainieren, sonst verstehst Du vielleicht auch die beste Erklärung nicht.
Wie will ich einen AcI (ich sage dazu gern: Audio Corneliam Intrare)erklären, wie will ich den Aufbau eines “Participium Absolutum” (landläufig: “Abl. Abs.”) nachvollziehen, wenn ich die Endungen erst mühsam in den Deklinationsreihen suchen muss? Wie will ich einen konsekutiven Nebensatz erkennen, wenn ich die Konjunktivformen nicht sicher kann?
Wir hatten zu meiner Schulzeit zwei Schuljahre lang in den Lektionen nur Formenlehre. Einfache Sätze, alle Deklinationen durch, alle Konjugationen durch. “Vertrauen bilden” war die Devise.
Vertrauen, dass der Ball irgendwann im Korb landet, wenn ich den richtigen Schwung habe. Wenn ich seine Härte kenne, weiß, wie hoch er beim Dribbling springt, den Drall ausnutze – und werfe.
Werfe. Zu “mons, montis” Dativ Singular?
“monto” – nein, daneben. Nicht schlimm. Ball in die Hand. Nächster Wurf – monti!
Trainiere Deine Formen täglich, mindestens fünf Minuten.
Sie werden es Dir danken, täglich, mindestens fünf Jahre.

Wiki-Autor:

avatar
Name: Michael T.
Alter: 54
Fach: Latein
Ort: Stuttgart
Preis: 14,20 €
Icon_best
Qualifikation:
verifiziert

Integrität:
-
Was mir am Nachhilfeunterricht geben Spaß macht:

Meine Lehrer und mein Vater haben mich sehr gefördert.1983 kam ich ohne Beruf nach Stuttgart zurück und fing mit Nachhilfe an, einfach weil es das war, was ich am besten konnte.Gerne denke ich mir auch "alternative" Lernmethoden oder -konzepte aus.

Autor folgender Wiki-Artikel:
Schauen Sie sich diesen und viele weitere Nachhilfelehrer genauer an:

 

 

ZUM SCHLIEßEN KLICKEN