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Lesen Lernen - und wie Eltern es fördern können!

Es stellt eine wichtige Kindheitserfahrungen dar, das Lesen zu erlernen und es sicher zu beherrschen. Dabei erschließt sich eine neue Welt, die Welt des geschriebenen Wortes...

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Wozu Lesen lernen?

Es stellt eine wichtige Kindheitserfahrungen dar, das Lesen zu erlernen und es sicher zu beherrschen. Dabei erschließt sich eine neue Welt, die Welt des geschriebenen Wortes. Da wir den Großteil unseres Wissens durch Lesen aufnehmen, gilt die Lesekompetenz als Grundvoraussetzung für den Zugang zu Bildung. Umso wichtiger ist es, dass Kinder frühzeitig an die Welt des Geschriebenen herangeführt werden und das Lesen als Selbstverständlichkeit erleben.

Das Thema Lesen lernen sollte dabei nicht nur auf die Grundschule und die unteren Klassen des Schulbereichs begrenzt sein. Auch die Familie ist ein fundamentaler Leseort, der das Leseverhalten der Kinder entscheidend prägen kann. Eine wichtige Funktion übernehmen dabei die Eltern. Sie können den täglichen Umgang mit den Buchstaben und Wörtern in Büchern, Zeitschriften und Zeitungen vorleben und dadurch Nutzen stiften und die Neugier der Kinder auf das Lesen wecken.

Während manche Kinder das Lesen bereits vor der Schule ohne große Mühen lernen und sich sehr schnell zu ambitionierten Leseratten entwickeln, gibt es auch viele Kinder, die dem Lesen nur wenig Vergnügen abgewinnen können. Dabei gibt es einfache Methoden, die Ihnen als Elternteil helfen, die Lesekompetenz Ihres Kindes zu fördern und von Beginn an beim Erlernen des Lesens zu unterstützen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was Lesen lernen bedeutet, welche Probleme auftreten können und wie Sie als Eltern den Lernprozess fördern können. So kann Lesen lernen einfach und mit Freude gelingen.

Was heißt Lesen lernen?

lesen lernen

Und was sind die Stufen des Lesen lernens? Wie kommt es vom Buchstaben über Silben zu ganzen Wörtern? Das Thema Lesen lernen ist grundsätzlich ein komplexer Prozess, der aus verschiedenen Schritten und Teilfertigkeiten besteht.

Die Voraussetzung für das Lesen lernen ist die „Phonologische Bewusstheit“, die bereits im Vorschulalter, das heißt vor der Grundschule, trainiert werden kann. Diese meint die Fähigkeit, die Struktur unserer Sprache zu erkennen, d.h. Silben und Laute in Wörtern wahrzunehmen, wiederzuerkennen und bewusst zu benutzen. Dazu gehört zum Beispiel auch, Reime oder lange und kurze Vokale zu erkennen oder Silben zu sprechen.

Spätestens ab der ersten Klasse werden Kinder dann im Schulleben konkret an das Thema Lesen lernen herangeführt.

Dies setzt sich aus folgenden Schritten zusammen:

  • Dekodieren: Jeder Buchstabe muss mit einem Laut verknüpfen werden. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es für einen Laut mehrere Schreibweisen geben kann (F:Flügel, V:Vogel, Ph: Philipp), sowie für eine Schreibweise mehrere Laute (ch: in Milch, Loch, Fuchs).
  • Buchstaben erkennen: Um die Laute den Buchstaben zuordnen zu können, müssen natürlich auch die verschiedenen Buchstaben erfasst und voneinander unterschieden werden können
  • Verbindung von Lauten: Ein weiterer Schritt besteht darin, aus einzelnen Lauten Silben und dann ganze Wörter zu bilden.
  • Wort- und Textverständnis: Der Leselernprozess ist jedoch nicht abgeschlossen, wenn ganze Wörter erfasst werden können. Ein wichtiger Teil der Lesekompetenz ist auch, das gelesene Wort beziehungsweise später Sätze oder ganze Abschnitte zu verstehen und in Zusammenhang bringen zu können.

Insgesamt stellt das Lesen eine große Koordinationsaufgabe dar, die erst nach und nach verinnerlicht beziehungsweise verselbstständigt werden kann. Während das Lesen zu Beginn eher einem Buchstabieren gleicht, kann das Lesen durch viel Übung sicherer und flüssiger werden.

Mit zunehmendem Alter sollte die Lesekompetenz dann immer weiter ausgebaut werden, das heißt auch längere Sätze und Texte mit komplexeren Inhalten gelesen werden. Obwohl die Schüler einer Klasse der Grundschule den gleichen Unterricht erhalten, zeigen sich schon frühzeitig Unterschiede in der Lesekompetenz. Der nächste Abschnitt erläutert Hintergründe dazu.

Woher kommen Leseprobleme?

Nicht immer läuft der Leselernprozess in der oben beschriebenen Reihenfolge ab. Es können Probleme auftreten, die nicht nur die Motivation Ihres Kindes hemmen, sondern sich im ungünstigsten Fall auch auf andere Schulfächer wie beispielsweise Deutsch, Französisch oder Latein nachteilig auswirken.

Manchmal können ganz einfache Gründe Schwierigkeiten beim Lesen lernen erklären. Will Ihr Kind partout nicht lesen, kann es sein, dass es die Lektüre vielleicht schlichtweg zu langweilig findet. Um dies zu testen, könnten Sie als Eltern einfach mal in eine Bücherei gehen und sich verschiedene Bücher mit Ihrem Kind ausleihen.

Auch körperliche Einschränkungen können beim Leselernprozess ans Licht kommen. Hat Ihr Kind vielleicht generell ein Handicap beim Lesen, da eine Fehlsichtigkeit vorliegt? In diesem Fall lohnt es sich auf jeden Fall regelmäßig Kontrolluntersuchungen beim Facharzt durchzuführen zu lassen.

In manchen Fällen deuten Schwierigkeiten beim Lesen lernen aber auch auf umfangreichere Lernstörungen hin, wie zum Beispiel eine Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwäche.

Folgende Anzeichen können beispielhaft genannt werden:

  • Wenig bis keine Motivation auf Lesen oder Lesen lernen
  • Erschwerte Laut- und Silbenverbindung
  • Erschwertes Erlernen und Zuordnen von Buchstaben
  • Verwechslung von ähnlichen Buchstaben und Lauten
  • Textinhalte werden nur schwer oder gar nicht verstanden

Falls Sie diese Form bei Ihrem Kind vermuten, kontaktieren Sie am besten eine Erziehungsberatungsstelle, die Fachstelle beim Jugendamt oder eine kinder- und jugendpsychiatrische Praxis. Diese können Tests durchführen, die Ihnen Aufschluss über die vorliegende Schwäche und Empfehlungen für die Förderung geben können.

Bitte beachten Sie aber generell, dass der Leselernprozess nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist, sondern Zeit benötigt. Diese variiert auch von Kind zu Kind. Es ist ganz normal, wenn das Verbinden von Buchstaben, Lauten und Silben zu einem Wort nicht unmittelbar funktioniert und flüssiges Lesen nur mit viel Übung erreicht wird.

Erst wenn Anzeichen nach einem längerem Zeitraum nicht abklingen oder in der Kombination auftreten, sollten Sie alarmiert sein. Bei ersten Unsicherheiten können Sie sich auch immer an die Klassenleitung oder Deutschlehrerin wenden. 

Wie kann Lesen gefördert werden? tutoria rät: 

Als Eltern können Sie die Lesefähigkeit Ihres Kindes und die Begeisterung für Bücher maßgeblich beeinflussen. Nachfolgende Tipps zeigen Ihnen wie:

  • Als Eltern ein Vorbild sein: Greifen Sie als Elternteil auch regelmäßig zur Lektüre, das steckt Kinder zum Nachahmen an.
  • Mit Vorlesen begeistert: Lesen Sie Ihrem Kind regelmäßig vor und ziehen Sie es aktiv in die Auswahl des Buches mit ein. Vor dem Einschlafen beispielsweise ist es ein schönes Ritual, mit Ihrem Kind zusammen ein Kapitel aus einem Kinderbuch zu lesen. Wechseln Sie sich beim Lesen ab, lassen Sie Ihr Kind beginnen. Wenn es Fehler macht, korrigieren Sie diese zunächst nicht, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen. Nur, wenn die Fehler sich wiederholen, weisen Sie Ihr Kind darauf hin. Hören Sie aufmerksam zu und reagieren Sie an relevanten Stellen auf das Vorgelesene. Unterbrechen Sie für kurze Lesepausen und sprechen Sie mit Ihrem Kind über den bisher erfassten Inhalt. So erkennen Sie direkt, ob das Leseverständnis auch bei lautem Vorlesen ausreichend ausgeprägt ist. Wenn Ihr Kind nicht mehr kann, loben Sie seine Leseleistung, geben Sie ihm Rückmeldung, was Ihnen besonders gut an seinem Vorlesen gefallen hat (Aussprache, Betonung, Flüssiges Lesen etc.) und übernehmen Sie im Anschluss bis zum Ende des nächsten Absatzes oder Kapitels die Rolle des Vorlesers.
  • Bücher auswählen lassen: Überlassen Sie Ihrem Kind die Wahl, mit welchem Lesestoff es sich gerne beschäftigen möchte. Nur durch das selbstständige Entdecken eigener Interessen kann eine Lesemotivation erst entstehen. Und ist diese erst einmal geweckt, ist die Basis auch für ein späteres Interesse, welches gerade im Fach Deutsch wichtig ist, gelegt. Ein Besuch im Bücherladen, in dem sich das Kind die (Nacht-)Lektüre selbst aussuchen darf, weckt daher das Interesse an dem eventuell gemeinsam gelesene Buch noch mehr.
  • Textverständnis fördern: Lesen Sie Ihrem Kind Bücher nicht nur vor, sondern stellen Sie nach einzelnen Abschnitten auch Fragen zum Text oder lassen sich die begleitende Bilder erklären. So lässt sich Ihr Kind nicht nur berieseln, sondern ist aktiv in die Geschichte mit eingebunden. Ausnahmen sind natürlich Gute-Nacht-Geschichten!
  • Aufmerksamkeit wecken: Nutzen Sie den Alltag mit Ihrem Kind dazu, es für die verschiedenen Buchstaben zu sensibilisieren, sei es durch die klassische Buchstabensuppe oder Kühlschrankmagnete, die immer wieder zu neuen Worten zusammengebastelt werden.
  • Buchstabenlernspiele: Ob eigens entworfene Leselernspiele oder selbsterfundene Spiele mit Lernfaktor - spielend lernen Kinder immer noch am Liebsten. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Buchstaben-Klatsch-Spiel. Immer wenn in einem Wort ein zuvor bestimmter Buchstabe vorkommt, wird geklatscht. Wer zuerst richtig klatscht darf einen Schritt nach vorne, wer falsch klatscht muss einen Schritt zurück usw.
  • Den Namen schreiben: Den eigenen Namen zuerst, dann den von Mama & Papa oder den der Geschwistern. So wird der Stamm vertrauter Buchstaben stetig erweitert und erhält unmittelbaren Bezug zum kindlichen Leben. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Kind von Anfang an die Buchstaben richtig schreibt und sich keine Fehler einschleichen.

Insgesamt sollte das Thema Lesen lernen stets ohne Druck von Seiten der Eltern thematisiert werden. Erzwingen Sie nichts, sonst verliert Ihr Kinder sehr schnell die Freude am Lesen. Zu Beginn reicht es oft schon, wenn 5 Minuten am Tag geübt wird.

Auch Geduld ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig, da in der ersten Zeit das Lesen lernen eher sehr langsam vorangehen wird. Denken Sie jedoch daran, dass auch die kleinsten Leseerfolge schon mit Lob verbunden werden. Das motiviert Ihr Kind weiter zu machen und sich stetig zu verbessern.

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