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Non scholae, sed vitae – Warum ein Nachhilfelehrer mehr vermittelt als bloßen Unterrichtsstoff

Nachhilfe gehört für viele Schülerinnen und Schüler zum Alltag dazu. Jede Woche mühen sie sich, Fächer, in denen sie suboptimale Leistungen erbringen, zu studieren und auf diese Weise besser zu werden. Dabei geht es aber nicht nur um die Vermittlung von Fachwissen!

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Die häufigsten Gründe für ein Nachhilfe-Engagement

In den Köpfen vieler Eltern gehen die gleichen Gedanken herum, wenn sie eine Nachhilfelehrerin oder einen Nachhilfelehrer engagieren: Längst sind die Noten in Fächern wie Mathematik und Deutsch schlechter geworden. Jetzt muss die schnelle Lösung her – eine Fachkraft soll es richten, die dem Sprössling hilft, Wissensdefizite wieder aufzufangen und eine rasche Lösung einzuleiten. Diese Motivation dürfte für einen Löwenanteil der großen Zahl von Nachhilfeschülerinnen und –schülern ein wesentlicher Aspekt sein. Davon gibt es deutschlandweit laut der Bertelsmann-Stiftung immerhin über eine Million.

Allerdings gibt es selbstverständlich auch eine etwas umsichtigere Vorgehensweise, die leider weitaus weniger Eltern verfolgen. Denn theoretisch kann Nachhilfe überaus prophylaktisch sein. Um hier allerdings vorbeugend zu wirken, müssen die Eltern selbstverständlich sehr früh merken, wenn die Leistung ihres Nachwuchses abfällt – im Alltagsstress ist die Fähigkeit, dies zu registrieren, aber nicht immer gegeben, schließlich belasten zahlreiche Sorgen die meisten Eltern. Der Vorteil ist hier allerdings, dass die Nachhilfekraft nicht ansetzen muss, wenn es praktisch schon zu spät ist, sondern mangelnde Kenntnisse in bestimmten Bereichen früh und angemessen erkennen und entsprechend behandeln kann.

So oder so: Meistens ziehen die Eltern nur die fachlichen Kompetenzen der Person in Betracht, die die Nachhilfe geben soll. Das ist natürlich nicht das bestmögliche Verhalten, wie sich gleich noch herausstellen wird.

Warum Nachhilfelehrer mehr sein sollten als Vermittler von Wissen

Nachhilfeschueler mit Nachilfelehrer

Denn die meisten Eltern interpretieren Nachhilfelehrerinnen und Nachhilfelehrer letztendlich als reine Wissensvermittler, die vor allem dazu da sind, das benötigte Wissen an die Kinder weiterzugeben. Das ist natürlich nicht falsch. Aber es ist in Wirklichkeit nur ein winziger Teil des Ganzen. Denn im besten Falle müssen die Helfer in der Lage sein, noch ganz andere Dinge zu vermitteln – und um überhaupt etwas vermitteln zu können, müssen sie selbst eine starke Persönlichkeit sein.

Die Persönlichkeit von Nachhilfelehrerinnen und -lehrern

Viele Eltern können sich sicherlich noch recht gut an ihre eigene Schulzeit erinnern. Welche Lehrerinnen und Lehrer sie dabei beeinflusst haben, ist natürlich unterschiedlich. Doch fast immer hatte der Eindruck etwas mit ihrer eigenen Persönlichkeit, mit ihrem Auftreten und ihrer Art zu tun.

Dass die Persönlichkeit der Lehrpersonen ganz zentral mit dem Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler zu tun hat, wissen wir nun allerspätestens seit der Hattie-Studie und ahnten es zumindest schon lange vorher. Dass die Persönlichkeit der oder des Lehrenden im Fokus steht, war allerdings wissenschaftlich vorher längere Zeit umstritten. Man darf stark annehmen, dass das, was für die „gewöhnlichen“ Schullehrerinnen und Schullehrer gilt, auch für ihre heimischen Pendants zutrifft.

Schließlich ist die Zusammenarbeit mit einem Nachhilfeanbieter etwas Persönliches, sowohl für die Eltern als auch für ihr Kind. Während nämlich die Eltern darauf angewiesen sind, dass sie von der engagierten Person eine ehrliche, aber auch einfühlsame Rückmeldung erhalten, um die Leistungen ihres Kindes einschätzen zu können, müssen diese sich ja vor allem mit den Lehrerinnen und Lehrern auseinandersetzen.

Beziehung zwischen Schülern und Nachhilfelehrern

Schreibblock und Stift

Denn diese Beziehung ist sehr wichtig für das erfolgreiche Lernen: Die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern ist dabei sehr wichtig – genauso wie die Motivation der Schülerinnen und Schüler. Denn haben diese das Gefühl, bei der Nachhilfe lediglich Zeit zu verlieren und es als quälend empfinden, mit dem Lehrer zu kooperieren, werden sie auch kaum etwas lernen.

Schon deshalb ist es wichtig, dass die beiden Parteien hier möglichst schnell ein gutes, aber fokussiertes Verhältnis zueinander aufbauen, um optimale Resultate erzielen zu können. Bekommt die Schülerin bzw. der Schüler aber Lust, tatsächlich auch etwas zu lernen oder sich mit der Lehrperson auseinanderzusetzen, so sind echte Verbesserungen wahrscheinlicher. Fühlt sich der Schützling hingegen vor allem gezwungen, kann es schnell passieren, dass es erst gar keine Verbesserungen gibt.

Auf die Interessen der Schülerinnen und Schüler eingehen

Besonders wichtig ist es, dass es einen echten Austausch zwischen beiden Seiten gibt. Schülerinnen und Schüler sollten unbedingt die Möglichkeit bekommen, ihre Interessen in den Nachhilfeunterricht einzubringen. Nur so kann es gelingen, sie auf Dauer zu motivieren und bei der Stange zu halten. Wenn man merkt, dass sie spezielle Hobbies haben, die sich in den Nachhilfeunterricht integrieren lassen, so ist das eine gute Maßnahme, um das Interesse am Unterricht zu steigern!

Jenseits des Unterrichtsstoffs

Die Vermittlung von Unterrichtsstoff mag noch so wichtig sein – es gibt viele andere, nicht in den Schulunterricht gehörende Dinge, die Kinder auch lernen sollten. Dazu gehören beispielsweise umfassende Sozialkompetenzen, neudeutsch auch gern Soft Skills genannt und heutzutage völlig unverzichtbar auf dem Arbeitsmarkt.

Dazu gehören Fähigkeiten wie Teamwork, kommunikativer Kompetenz und viele mehr, die letztendlich die Orientierung in einer dynamisierten und globalisierten Arbeitswelt erst wirklich ermöglichen. Denn viele von diesen Kompetenzen lernt man in der Schule nicht. Nicht, dass der Schulstoff nicht wichtig wäre – aber dieses Versäumnis müssen die Eltern zuhause auffangen. Warum also nicht durch eine Nachhilfe?

Wieder ist hier die Persönlichkeit der Lehrperson entscheidend. Denn verfügt diese nicht über umfassende Sozialkompetenzen, ist sie wohl kaum in der Lage, diese zu vermitteln. Allgemein gilt: Je sicherer und besser die Fertigkeiten der Lehrerin oder des Lehrers, umso wahrscheinlicher ist, dass sie diese überhaupt richtig vermitteln kann.

Vorbereitung aufs Berufsleben

Auch die berufliche Zukunft kann in der Nachhilfe vorbereitet werden – vorausgesetzt, die Nachhilfekraft hat hier eigene Erfahrungen. Mittlerweile wird das Schreiben von Bewerbungen zwar auch in der Schule geübt, aber oft genug gehen diese Einheiten im Tohuwabohu des Lehrplans doch völlig unter.

Deshalb ist es sehr gut, den Nachhilfelehrer zu bitten, hier ein wenig Arbeit zu investieren. So kann man mit Schülerinnen und Schüler optimal üben, wie das Anschreiben bei einer Bewerbung auszusehen hat, welche Informationen hinein müssen, welche verzichtbar sind und vieles mehr. Hierbei ist es gar nicht so, dass man keine fachspezifischen Inhalte lernt. Denn die Schülerinnen und Schüler müssen möglichst elegante Schreiben produzieren, die zugleich nicht geschraubt klingen. Nur auf diese Weise ist es möglich, bei den entsprechenden Unternehmen einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Nur, wenn das Anschreiben formal korrekt ist, haben sie überhaupt eine Chance, auch auf ein Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Unbedingt sollten sie dabei auch erfahren, welche relevanten Punkte sie in ihren CV angeben müssen, um Chancen auf eine Einladung zu erhalten. Da es sich hier um Informationen handelt, die praktisch nie an Aktualität einbüßen und die sich höchstens minimal verändern, sind es die idealen Inhalte zum Lernen.

Nicht genug mit diesen Möglichkeiten: Warum sollten Nachhilfelehrer und –schüler nicht einmal gemeinsam Vorstellungsgespräche üben? Vielleicht sogar mit der dazu passenden Kleidung? Auf diese Weise könnte die angespannte Atmosphäre, die während solcher Gespräche herrscht, perfekt simuliert werden. Wichtig ist hierbei, dass sich Schüler und Lehrer vorher absprechen, was für eine Situation sie genau simulieren wollen. Um was für eine Firma handelt es sich? Dabei muss die Lehrperson sich vorher womöglich Fragen überlegen, die über die typischen Vorstellungsgespräch-Fragen hinausgehen und die den Schüler zwingen, sich spontan gute Antworten einfallen zu lassen?

Gerade in höheren Klassen können derartige Maßnahmen wahre Wunder wirken, wenn für die Schülerinnen und Schüler das Ende ihrer Schullaufbahn tatsächlich schon ersichtlich ist. Gerade bei kleineren Schülerinnen und Schülern kann man darauf aber verzichten – gerade sie sollten sich noch nicht mit den marktwirtschaftlichen Notwendigkeiten beschäftigen müssen.

Fazit

Es gibt also sehr viele Gründe, warum ein Nachhilfelehrer mehr als nur Unterrichtsstoff vermittelt oder zumindest vermitteln sollte. Stattdessen geht im besten Falle das vermittelte Wissen weit über den Unterricht hinaus!


Bildnachweise

Abbildung 1: fotolia.de © Dan Race #79305480
Abbildung 2: fotolia.de © highwaystarz #96266867
Abbildung 3: fotolia.de © PhotoSG #118221568

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