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Psychologische Kompetenz und Bildung: Entwicklungshelfer im Schulalltag

Lehrer stehen heute neben dem eigentlichen Unterricht im Umgang mit den Schülern vielen neuen Herausforderungen gegenüber. Schwerpunkte wie Inklusion oder spezielle Lernschwächen erfordern eine besondere psychologische Qualifikation. Hier erfahren Sie, wie die Pädagogen den Schülern die bestmögliche Unterstützung geben können.

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Der Alltag an den Schulen hat sich stark gewandelt. Pädagogische Konzepte haben heute eine deutlich geringere Halbwertszeit als noch vor 50 Jahren. Stetiger Wandel auf pädagogischer Ebene soll dabei helfen, den individuellen Bedürfnissen von Schülern bestmöglich zu begegnen. Durch die wachsenden Ansprüche wächst aber auch der Druck, sowohl auf Seiten der Lehrer als auch auf Seiten der Schüler. Stress, allgemeine Lernschwierigkeiten und medizinisch definierte Lernschwächen sind im Schulalltag längst kein Fremdwort mehr. Umso wichtiger ist es, dass Pädagogen nicht mehr nur Wissen vermitteln, sondern Schülern und Eltern auch auf psychologischer Ebene zur Seite stehen. Doch wie gut sind sie auf diese komplexe Aufgabe vorbereitet und wie viel dürfen Schüler und Eltern vom „Lehrer als Entwicklungshelfer“ erwarten?

Psychologische Fähigkeiten und Kompetenzen von Pädagogen

Der Bedarf an psychologischer Zusatzbetreuung an Schulen steigt. Die Lernschwierigkeiten und sozialen Probleme und die damit einhergehenden Bedürfnisse, mit denen Schüler und Lehrer sich gleichermaßen auseinandersetzen müssen, sind ebenso vielfältig wie ihre Ursachen. ADHS und ADS, Dyskalkulie, Legasthenie, Konzentrationsschwächen, die Liste wird immer länger und wirft viele Fragen auf. Nicht alle können Lehrer allein aufgrund ihrer pädagogischen Ausbildung problemlos beantworten. Zusätzliche Qualifikationen sind oft vonnöten, um den vielfältigen Aufgaben im Schulalltag gerecht zu werden.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es durchaus, denn auch im Bereich der Erwachsenenbildung haben Anbieter die Zeichen der Zeit längst erkannt und ihr Angebot im Bereich der psychologischen Entwicklungsprozesse von Kindern und Jugendlichen erweitert, um Menschen in pädagogischen Berufen das notwendige Fachwissen und die emotionalen Kompetenzen an die Hand zu geben, die der immer komplexer werdende Schulalltag ihnen abverlangt. Anbieter wie die Professional School of Management, Innovation & Technology informieren über Weiterbildungsmöglichkeiten und zeigen Schulen, wie sie ihr pädagogisches Personal durch zielgerichtete Qualifikationen optimal unterstützen können. Doch wie viel Weiterbildung ist richtig und wichtig? Ganz unbeleckt sind ausgebildete Pädagogen in dieser Hinsicht ja nicht, wenn sie nach dem Studium in ihren Lehrerberuf starten. Das Lehramtsstudium beinhaltet von Natur aus einen didaktischen und einen pädagogischen Bereich und die pädagogischen Lernhinhalte schulen angehende Lehrkräfte durchaus auch auf psychologischer Ebene.

Wieviel Psychologie das Lehramtsstudium beinhaltet, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Bildung ist und bleibt Ländersache und so lässt sich keine allgemeingültige Aussage zum Thema psychologische Inhalte im Lehramtsstudium treffen. In Nordrhein-Westfalen ist Psychologie beispielsweise ein Wahlpflichtfach für angehende Lehrer. Den Schwerpunkt legt hier aber jeder Student selbst.

Etwas stärker wird das Thema Psychologie im pädagogischen Bereich natürlich im Bereich der Förder- und Sonderschulen gewichtet. Auch hier haben angehende Lehrkräfte die Wahl, in welche Richtung sie sich spezialisieren möchten. Der Pflichtanteil an förderpädagogischen Fachthemen ist in diesem Studium aber naturgemäß sehr hoch. Pädagogische Fachkräfte für Förder- und Sonderschulen können sich in den folgenden Bereichen spezialisieren:

  • Geistigbehindertenpädagogik
  • Körperbehindertenpädagogik
  • Lernbehindertenpädagogik
  • Sprachheilpädagogik
  • Gehörlosen- bzw. Schwerhörigenpädagogik
  • Blinden- bzw. Sehbehindertenpädagogik
  • Emotionale und Soziale Entwicklung

(Quelle: studis-online.de)

Lehrer mit einer entsprechenden pädagogischen Fachausbildung kommen zwar vor allem in Förder- und Sonderschulen zum Einsatz, doch auch öffentliche und private Schulen ohne besonderen förderpädagogischen Schwerpunkt ergänzen ihren Lehrkörper immer häufiger durch speziell geschulte Fachkräfte, um dem wachsenden integrativen Anspruch der heutigen Zeit gerecht werden zu können.

Vertrauenslehrer als psychologische Brücke

Um den zusätzlichen Ansprüchen, die psychologische Fragestellungen im Schulalltag mit sich bringen, gerecht werden zu können, setzen Schulen seit Jahren auf die Person des Vertrauenslehrers. Er oder sie nimmt eine Sonderstellung im Lehrerkollegium ein und wird mit vielen der sensiblen Themen betraut, die im normalen Schulalltag häufig aufgrund des umfangreichen Lehrstoffes zu kurz kommen.

Ein Vertrauenslehrer wird gewählt. Die Schüler dürfen in der Regel selbst entscheiden, wen sie in dieser verantwortungs- und vertrauensvollen Position sehen möchten. Immerhin sollte der Vertrauenslehrer eine Person sein, der die Schüler vertrauen und an die sie sich bei Problemen in der Schule oder im privaten Umfeld freiwillig wenden möchten. Je nach Schulsystem wird ein Vertrauenslehrer häufig von der Klassensprecherversammlung oder, sofern vorhanden, von einem Schülerrat gewählt. Die Wahl erfolgt für ein Jahr, an den meisten Schulen ist aber eine Wiederwahl möglich.

Ob die Position des Vertrauenslehrers von einem männlichen oder einem weiblichen Pädagogen besetzt sein sollte, ist der Schule frei gestellt. Wichtig ist vor allem, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Schülern intakt ist und der Vertrauenslehrer möglichst uneingeschränkt als Anlaufstelle für Probleme wahrgenommen und akzeptiert wird. Zunehmend werden allerdings Stimmen laut, die für eine Doppelbesetzung der Position plädieren, damit sich Jungen und Mädchen auch mit geschlechtsspezifischen Fragestellungen und Problemen jederzeit gut aufgehoben fühlen können.

Damit ein Vertrauenslehrer seine Aufgabe jederzeit in vollem Umfang ausfüllen kann, sind Schulen zunehmend bemüht, dem Pädagogen oder der Pädagogin im Schulalltag die nötigen zeitlichen Freiräume einzurichten. Regelmäßige Sprechstunden, in denen sich die Vertrauenslehrer Zeit für die Probleme der Schüler nehmen können, sind unabdingbar, damit die Position des Vertrauenslehrers sinnvoll bleibt.

Aber nicht nur der Zeitfaktor ist wichtig, wenn es um die sinnvolle Arbeit eines Vertrauenslehrers geht. Auch die pädagogische und psychologische Kompetenz der gewählten Person sollte kritisch hinterfragt werden. Ein Vertrauenslehrer muss sich sowohl mit pädagogischen Konzepten und systemischen und juristischen Fragen des Schulalltags auskennen, er sollte auch zum Thema Lernschwierigkeiten und damit zusammenhängenden Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten über umfangreiche Zusatzkompetenzen verfügen.

Der wichtigste Ansatzpunkt für die Arbeit des Vertrauenslehrers ist und bleibt aber das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und den Schülern sowie eine gute Kommunikationsebene, sowohl mit den Schülern als auch mit dem Lehrpersonal und der Schulleitung. Bei schwerwiegenderen Problematiken sollte ein Vertrauenslehrer seine Kompetenzen ohnehin nicht unterschätzen und die Hilfe von externen Experten wie dem Jugendamt, speziellen Lerntherapeuten oder ausgebildeten Schulpsychologen suchen.


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Schulpsychologen: Professionelle Sparringspartner für Lehrer und Schüler

Schulpsychologen sind aus dem modernen Schulalltag kaum noch wegzudenken. Sie unterstützten die pädagogischen Fachkräfte an privaten und öffentlichen Schulen in zahlreichen Bereichen und schließen vielerorts eine Lücke, die durch die wachsenden Anforderungen an Lehrer aufgrund von Lernschwierigkeiten und zwischenmenschlichen Problematiken auf pädagogischer, medizinischer und sozialer Ebene zunehmend entstehen.

Schulpsychologen absolvieren in der Regel ein Studium im Bereich Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt. Grundlegend sind dabei fünf Fachgebiete, in denen Schulpsychologen sich fundierte Kenntnisse aneignen:

  • Pädagogische Psychologie
  • Pädagogik mit Schwerpunkt Sonderpädagogik
  • Klinische Psychologie
  • Organisationspsychologie
  • Diagnostik

Auch ein Lehramtsstudium mit psychologischem Schwerpunkt in speziellen Unterrichtsfächern ist möglich. Schulpsychologen, die diesen Ausbildungsweg wählen, werden vermehrt im Bereich der Lernschwächen eingesetzt. Sie sind zum Beispiel Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Eltern wenn es um Lernschwächen wie Dyskalkulie, Legasthenie oder ADHS / ADS geht.

Die Ausbildung zum qualifizierten Schulpsychologen ist auch in Form einer Weiterbildung möglich, die auf ein grundlegendes Studium im Bereich Psychologie oder auf ein Lehramtsstudium aufbaut. Viele Weiterbildungen sind per Fernstudium möglich und können deshalb auch berufsbegleitend absolviert werden.

Je nach Ausbildungsschwerpunkt und Konzept der Schule können Schulpsychologen hauptsächlich Aufklärungsarbeit leisten und wertvolle Kontakte zu den entsprechende Fachstellen vermitteln, oder auch an der Schule im Rahmen von gezieltem Förderunterricht selbst ein Therapieangebot machen. Wenn die Kommunikation zwischen Schülern, Lehrern, Eltern und psychologischen Fachkräften funktioniert, ist es so möglich, auf die individuellen Anforderungen des Schulalltags kompetent und zielführend zu reagieren.

Bildquelle:

Abbildung 1: @ geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ Alexas_Fotos (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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