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Definition der Erziehungsstile und ihre Auswirkungen...

Wie soll ich mein Kind erziehen? Diese Frage stellen sich engagierte Eltern schon bei der Geburt eines Kindes und auch bei jedem Geschwisterchen immer wieder neu. Hier erhalten Sie einen Überblick über mögliche Erziehungsstile und darüber, welche Auswirkungen sie haben können. ...

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Die Geburt eines Kindes stellt Eltern vor eine große Aufgabe, meist ein Leben lang, denn spätestens dann reflektieren Mutter und Vater ihre eigene Kinderzeit, tauschen Erinnerungen aus und stellen dabei häufig fest, was sie als „gut“ oder „schlecht“ in der Erziehung durch ihre eigenen Eltern und das Umfeld im Nachhinein empfunden haben. Da ist häufig die Rede von so genannter „strenger Erziehung“ oder im Gegensatz dazu die etwas legere Erziehung, häufig auch als „antiautoritär“ bezeichnet.

Aber auf welche Situationen und auf welche Gegebenheiten sind diese Meinungen gegründet? Gab es Ansätze verschiedener Erziehungsstile, die miteinander vermengt wurden, oder wurde ausschließlich nach einem Muster erzogen? Wer war überhaupt dafür verantwortlich und wie können wir es am besten machen?

Für viele Eltern stellt sich bereits früh die Frage, ab wann tatsächlich die Erziehung des Kindes beginnen soll und welche Methoden sich dafür am besten eignen. Der folgende Ratgeber soll dazu einen Überblick bieten.

Begriffe und Definitionen

"Erziehung"

Der Begriff „Erziehung“ wird in vielen Werken ähnlich definiert.
Im Wahrig- Fremdwörterlexikon steht hierzu:

„Erziehung ist die planmäßige und zielgerichtete Einwirkung auf junge Menschen, um sie mit all ihren Fähigkeiten und Kräften geistig, sittlich und körperlich zu formen und zu verantwortungsbewussten und charakterfesten Persönlichkeiten heranzubilden.“ Quelle: Wahrig, Fremdwörterbuch 2009

Hierbei ist festzustellen, dass Erziehung nicht nur von Eltern, sondern auch von weiteren Erziehungsträgern vorgenommen wird. Dazu zählen Kindertagesstätten, Schulen, andere soziale Einrichtungen verschiedener Träger (Kirchengemeinden, Sportvereine u.v.m.), aber auch Verwandte und Freunde der Familie prägen ein Kind durch verschiedene Aktivitäten und Einflüsse.

Trotzdem lassen sich an dieser Stelle keine Zusammenhänge bezüglich „guter“ und „richtiger“ Erziehung sowie deren „Erfolge“ herstellen. Erziehung und deren Ziele sind immer als individuell anzusehen, basierend auf Erfahrungen, Kenntnissen und Fähigkeiten der jeweils Erziehenden und Erzogenen.

"Erziehungsstil"

Die Forschung bezüglich der Erziehungsstile gilt als ein Teilgebiet der Sozialisationsforschung. Erziehungsstile beinhalten charakteristische Bündel grundlegender Verhaltensmuster und Einstellungen, die die Erziehenden während der Erziehung erkennen lassen. Bei jedem und jeder einzelnen Erziehenden bewertet man diese Einstellungen als recht stabil.

So lassen sich innerhalb der Erziehungsstile verschiedene Verhaltensmuster erkennen. Die Erziehung kann demnach fordernd oder anspruchslos, konsequent oder nachgiebig, skeptisch oder optimistisch, aggressiv oder freundlich, selbstbezogen oder emphatisch sowie abweisend oder responsiv geprägt sein und vermittelt erzieherische Grundhaltungen. Dahinter verbirgt sich beispielsweise eine autoritäre, verwöhnende, autoritative, permissive oder vernachlässigende Erziehung.

Erziehungsstile sollen auch das Hauptthema sein, mit dem sich dieser Ratgeber beschäftigt.

"Erziehungskonzept"

Erziehungsstile sind jedoch deutlich abzugrenzen von Erziehungskonzepten. Erziehungskonzepte werden auch als Erziehungsphilosophien bezeichnet und beinhalten intentionale Elemente wie zum Beispiel pädagogische Leitbilder und Ideale sowie Normen und Ziele. So zählt unter anderem die Erziehung im christlichen, marxistischen oder antiautoritären Sinne zu den Erziehungskonzepten.

"Beziehung im Zusammenhang mit Erziehung"

Je nach dem, in welchem Verhältnis Erziehende zum Kind stehen und über welche Persönlichkeitsstrukturen sie verfügen, werden zum einen der Erziehungsstil und zum anderen seine Auswirkungen entsprechend beeinflusst. Die Beziehung, die ein Kind zu einer Person oder Personengruppe hat, bestimmt maßgeblich, welche Auswirkungen deren Erziehungsverhalten auf das Kind hat. Auf der anderen Seite wird das Erziehungsverhalten der erziehenden Personen wiederum durch das Beziehungsgeflecht, in dem die sich selbst befinden, beeinflusst. Hierbei spielen insbesondere der Lebensstil und die eigens gemachten Erfahrungen der Erziehenden eine maßgebliche Rolle. Nachweislich wirkt sich der in der Herkunftsfamilie erlebte Erziehungsstil auf den späteren, eigenen Erziehungsstil aus.

Neben einer Vorbildwirkung der eigenen Familienmitglieder sowie Erfahrungen in Kita und Schule mit konkreten Erziehungszielen spielen auch die Schichtzugehörigkeit der Familie, das individuelle soziale Umfeld, die Familienkonstellation sowie die gesamtgesellschaftliche und kulturelle Situation, in der sich das zu erziehende Kind befindet, eine wesentliche Rolle bei der Anwendung und Auswirkung des Erziehungsstils.

Welche Erziehungsstile gibt es?

In der Geschichte der Erziehungsstilforschung werden zwei Arten von Erziehungsstilen unterschieden: Einerseits gibt es typologische Konzepte (u. a. von Lewin, Spranger und Baumrind) sowie dimensionierte Konzepte (u. a. Tausch/Tausch).

Typologische Konzepte

Stile nach Lewin

Der Sozialpsychologe Kurt Lewin gilt als Begründer der Erziehungsstilforschung. Er entwickelte in den 1930er Jahren gemeinsam mit Ronald Lippit und Ralph White in den Vereinigten Staaten von Amerika ein typologisches Konzept mithilfe einiger Feldexperimente bezüglich der Wirkungen unterschiedlicher Führungsstile im Hinblick auf das Leistungsverhalten von Jugendlichen. Daraus entstand eine Tradition typologischer Konzepte, die als Grundlage der Klassifikation von Erziehungsstilen diente und bis in die 1970er Jahre als Standard angesehen wurde.

Lewin unterscheidet drei Führungsstile:

1. Autoritäre Verhaltensweisen
Der Gruppenleiter/die Gruppenleiterin bestimmt alle Aktivitäten einer Gruppe allein. Etwa sechzig Prozent seiner/ihrer Tätigkeit bestehen darin, Kommandos und Befehle zu erteilen. Zur Gruppe hält er/sie eine große Distanz, sein/ihr Verhalten ist geprägt von Unpersönlichkeit, er/sie ist nicht besonders zugewandt und freundlich, lobt und tadelt häufig personenbezogen. Negative Maßnahmen gehören zum Alltag; vor allem Drohungen, Strafen und Einschüchterungen nehmen hier einen großen Anteil ein.

2. Demokratische Verhaltensweisen
Der Gruppenleiter/die Gruppenleiterin diskutiert gemeinsam mit der Gruppe Ziele und Entscheidungen bezüglich der Aktivitäten. Er/sie unterstützt, motiviert und ermutigt alle Gruppenmitglieder, bringt Lob und Kritik sachbezogen und konstruktiv an, wobei Lob überwiegt. Probleme werden sachlich besprochen, der Gruppenleiter/die Gruppenleiterin bietet mehrere Lösungsmöglichkeiten zur Bewältigung an und lässt die Gruppe entscheiden.

3. Laissez-faire Verhaltensweisen
Ein Gruppenleiter/eine Gruppenleiterin tritt häufig nicht in Erscheinung. Wenn doch, dann beteiligt er/sie sich nicht an Entscheidungen der Gruppe. Derartige Gruppen wirken vielfach planlos und wenig strebsam. Bei auftretenden Problemen entstehen Gereiztheit und Aggressionen, die sich häufig an anderen Gruppenmitgliedern entladen. Der Gruppenleiter/die Gruppenleiterin verhält sich zwar freundlich, aber weitgehend neutral. Eine dementsprechende Erziehung verläuft nach dem Leitspruch: „Lass das Kind mal machen.“

Stile nach Baumrind

Auf der Grundlage der sogenannten „Fels-Studien“ führte die amerikanische Entwicklungspsychologin Diana Baumrind umfangreiche Arbeiten hinsichtlich der Analyse bezüglich der Kind-Eltern-Interaktion durch. Diese Arbeiten sowie Kategorisierungen von Erziehungsstilen beeinflussten die spätere Forschung in hohem Maße.

Sie unterscheidet drei charakteristische Typen:

1. Autoritär
Beim autoritären Erziehungsstil steht der Gehorsam eines Kindes primär im Vordergrund. Als bevorzugtes Erziehungsmittel wird Bestrafung in jeder Form angesehen. Ein verbaler Austausch findet selten bis gar nicht statt, wird eher vermieden. Dabei kann die Autonomie des Kindes stark eingeschränkt sein. Es ist sowohl ein liebevolles, besorgtes, wie auch ein vernachlässigendes Verhältnis zwischen Eltern und Kind möglich.

2. Autoritativ
Bei diesem Stil schätzen Eltern die Autonomie des Kindes und berücksichtigen auch den Willen sowie die Interessen des Kindes. Trotzdem werden Entscheidungen durch die Eltern getroffen, nachdem sie jedoch diskutiert wurden.

Diesen Typ bezeichnen viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen als „den goldenen Mittelweg“ zwischen autoritärer und permissiver Erziehung, da dem Kind ein hohes Maß an Akzeptanz, Kommunikationsbereitschaft und emotionaler Wärme entgegengebracht wird. Eine federführende Position der Eltern sowie Regeln und Normen, aber auch hohe Anforderungen mit Begleitung der Eltern bestimmen hier den Alltag.

3. Permissiv
Der permissive Stil ähnelt dem Laissez-faire-Stil, weil er zwar die Autonomie des Kindes berücksichtigt, jedoch die erzieherische Steuerung der Verhaltensentwicklung nicht aktiv unterstützt. Das Verhalten eines Kindes wird akzeptiert. Auch hier ist sowohl ein liebevoller, besorgter Umgang als auch ein vernachlässigendes Verhalten zu beobachten.

Dimensionierte Konzepte

Aus wissenschaftlicher Sicht erfolgte in den 1970er Jahren immer wieder Kritik an den typologischen Konzepten, da sie lediglich über die Verhaltensweisen Aufschluss geben, jedoch nicht über die Dimensionen, die Auswirkungen, des jeweiligen Erziehungsstils.

Als Wegbereiter gilt der amerikanische Sozialpsychologe Earl S. Schaefer, der hierfür Skalen nutzte, die von der deutschen Psychologin Anne-Marie Tausch und dem Psychologen Reinhard Tausch aufgegriffen und erweitert wurden.

Stile nach Tausch/Tausch

Tausch und Tausch folgten der Annahme von Schaefer und entwickelten die Theorie, dass viele Verhaltensweisen nicht losgelöst voneinander aufteten, sondern in einem Zusammenhang stehen. Sie unterscheiden zwischen einer Lenkungsdimension (Kontrolle und Autorität) sowie einer emotionalen Dimension (Wärme, Zuneigung und Wertschätzung).

Elterliche Erziehungsstile

Bei den elterlichen Erziehungsstilen werden sieben Methoden voneinander unterschieden, die Glen H. Elder auf Grundlage der Erziehungsstile von Lewin im Jahr 1962 um vier weitere Stile ergänzte. Noch heute gilt diese Kategorisierung als Grundlage der Unterscheidung innerhalb der Erziehungsstile.

1. Autokratischer Erziehungsstil
Bei diesem Stil wird angenommen, dass eine Notwendigkeit besteht, dem Kind gegenüber autoritär in Erscheinung zu treten. Die Eigeninitiative des Kindes wird unterdrückt und die kindliche Meinung wird nicht hinterfragt.

2. Autoritärer Stil
Bei der autoritären Erziehung geht es um bedingungslosen Gehorsam und psychische Kontrolle, nicht jedoch um Kontrolle der Handlungsabläufe. Bei Nichteinhaltung von Regeln und Normen wird massiv physisch bestraft. Die Achtung der elterlichen Autorität sowie das Einhalten von Regeln und Normen gelten hier als eigenständiger Wert. Das Klima in einer derartigen Familie ist beherrscht von Kälte und Feindseligkeit.

3. Demokratischer Stil
Der demokratische Erziehungsstil vermittelt einem Kind Erwünschtheit und das Gefühl von Sicherheit, da das Kind als ernstzunehmende Persönlichkeit wahrgenommen und behandelt wird. Die Eltern halten Hilfe und Unterstützung für unerlässlich, lassen dem Kind jedoch genügend Raum, selbständig und eigenverantwortlich zu handeln.

4. Egalitärer Erziehungsstil
Bei diesem Erziehungsstil befinden sich Eltern und Kind auf Augenhöhe. Die Meinung des Kindes wird derer der Eltern gleichgestellt, sodass Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Zudem verfügen Eltern und Kind über jeweils die gleichen Rechte und Pflichten.

5. Permissiver Stil
Innerhalb dieser Erziehungsmethode halten sich die Eltern stark zurück. Wenn es um persönliche Entscheidungen geht, muss das Kind diese allein treffen.

6. Laissez-faire-Stil
Hierbei ist das Kind sich selbst überlassen. Es gibt weder verbindliche Regeln noch Normen, damit auch wenig Interesse der Eltern für die Entwicklung des Kindes. Bei Entscheidungen können Wünsche der Eltern Berücksichtigung finden, müssen es aber nicht.

7. Negierender Stil
Hierbei handelt es sich um einen Stil, bei dem die Eltern für die Entwicklung des Kindes überhaupt kein Interesse zeigen und die Erziehung demnach gar nicht beeinflussen.

Was ist der „beste“ Erziehungsstil?

Erziehungsstile in den gesellschaftlichen Strukturen

Im Alltag sind diese klar umrissenen Erziehungsstile nur selten in ihrer Reinform anzutreffen. Unterschiede in der Interaktion zwischen Erziehenden und Kind können nicht nur zwischen Kulturkreisen bestehen, sondern auch innerhalb eines Kulturkreises. Eine mögliche Einflussgröße wird in der soziologischen Literatur jedoch immer wieder benannt: die Schichtenzugehörigkeit. Die hierarchische Gliederung von Gesellschaften in verschiedene Schichten bedingt deshalb auch die verschiedenen Erziehungsstile. Das elterliche Erziehungsverhalten wird durch die umgebende Sozialstruktur stark beeinflusst und diese ist für verschiedene Familien nicht immer gleich.

Durch viele empirische Untersuchungen zeigt sich, dass aufgrund verschiedener Faktoren vor allem in der Unterschicht ein Interaktionsmilieu geschaffen wird, das die Ausbildung von Grundqualifikationen behindert. So belegen die Untersuchungen, dass innerhalb dieser Familien ein strenger, auch zum Teil vernachlässigender Erziehungsstil vorherrschend angewandt wird. Innerhalb dieser Familien sind vielfach eine strenge Arbeitsteilung zu beobachten, eine mangelnde Umweltoffenheit, eine geringe Konfliktbereitschaft sowie eine mangelnde Sozialisationsleistung des Vaters. Es gilt als gesichert, dass diese Faktoren negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Selbständigkeit von Kindern haben.

In der Mittel- und Oberschicht ist das Verhältnis zwischen Eltern und Kind häufig von Interesse für die stetige Entwicklung des Kindes geprägt, wobei sich die Kontrollhaltung der Eltern mit höherer Schulbildung erhöht. Sie ist dann als akzeptierend und egalitär, jedoch nicht als autoritär zu bezeichnen.

In der Häufigkeit der Disziplinarmaßnahmen in Form körperlicher Züchtigung unterscheiden sich die Eltern der verschiedenen Schichten hingegen nicht. Interessant in diesem Zusammenhang ist es jedoch, dass sich eine Bestrafung in der Art der Anlässe deutlich unterscheidet. Während die Eltern der Unterschicht die unmittelbaren Folgen einer Handlung bestrafen, sind es bei den Eltern der Mittel- und Oberschicht eher die Bewertungen hinsichtlich der Absicht des Täters, die schließlich eine Strafe folgen lassen.

Die häufigsten Auswirkungen der Erziehungsstile

Wenngleich Erziehung nicht ausschließlich in der Familie stattfindet, sondern auch in Kita, Schule und anderen sozialen Einrichtungen, so lassen sich doch Unterschiede in der Häufigkeit des Erziehungsverhaltens feststellen.

Das autoritäre Verhalten

Eltern, die diesen Stil bevorzugen, kontrollieren und reglementieren ihre Kinder ständig. Sie verhalten sich weniger sensibel und kindzentriert, schränken vielfach eine freie Meinungsäußerung ein und verhalten sich selten feinfühlig. Die Kinder unterliegen starren, strengen Regeln und Normen und werden bei Nichteinhaltung bestraft, wobei auch körperliche Bestrafung dazugehört. Zudem erhalten sie häufig nur wenige Anregungen durch geeignetes Spielzeug. Häufig herrscht eine raue, aggressive Grundstimmung, es wird viel geschrien, befohlen und gedroht. Eltern, die diesen Stil bevorzugen, halten Strafen für ein effektives Mittel, den Willen eines Kindes zu zügeln und lassen sich bei diesen Vorgehensweisen auf keinerlei Diskussionen bezüglich der Richtigkeit der Standards ein.

Kinder aus diesen Familien sind häufig ängstlich, zeigen außerhalb der Familie eine geringe Frustrationstoleranz, dadurch vermehrt Verhaltensprobleme, schlechtere schulische Leistungen und geringe soziale Kompetenzen.

Das permissive (nachgiebige) Verhalten

Eltern mit permissiven Verhaltensweisen sind kindzentriert, sensibel und akzeptierend. Sie unterstützen die Individualität und Eigenständigkeit des Kindes, kommunizieren mit ihm und erfragen Meinungen bei anstehenden Entscheidungen. Häufig ordnen die Eltern sich den Wünschen des Kindes unter.

Allerdings wird innerhalb dieser Familien wenig Wert auf das Erlernen und Einhalten sinnvoller Regeln gelegt, sodass sich diese Kinder häufig schwertun, Regeln und Normen in anderen Gemeinschaften als der Familie anzuwenden, einzuhalten und zu akzeptieren. Das hat zur Folge, dass diese Kinder keine altersgerechte Entwicklung hinsichtlich der Sprach- und Sozialkompetenz aufweisen und auch nur wenig Leistungsbereitschaft zeigen beziehungsweise oft nur persönlichen Neigungen und Interessen nachgehen.

Das vernachlässigende Verhalten

Das vernachlässigende Verhalten durch Eltern ist gekennzeichnet durch ablehnendes, unsensibles und uninteressiertes Verhalten gegenüber dem Kind. Diese Eltern fordern und fördern nicht und kontrollieren auch nicht die Entwicklung des Kindes. Kinder aus diesen Familien weisen häufig schlechte Schulleistungen auf, ein geringes Selbstwertgefühl und neigen zu Verhaltensauffälligkeiten und Aggressionen. Häufig entstehen daraus eine Delinquenz, aber auch Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie kriminelle Verhaltensweisen.

Das autoritative Verhalten

Das autoritative Verhalten ist gekennzeichnet von Sensibilität, Akzeptanz, Forderung, Kontrolle und Kindzentriertheit. Eltern verhalten sich dem Kind gegenüber liebevoll und interessiert, hören zu, lassen Meinungen des Kindes zu, geben jedoch Regeln und Normen vor und sanktionieren auch, wenn nötig. Vorgehensweisen und Maßnahmen werden erklärt, besprochen und begründet.

Dieses Verhalten fördert bei Kindern bessere Schulleistungen, weniger Ängstlichkeit und Depressionen, geringere Verhaltensprobleme sowie eine hohe Eigenständigkeit. Bereits in der Vorschule weisen diese Kinder bessere sprachliche und soziale Kompetenzen auf.

Dieses Verhaltensmuster ist häufig in Familien der Mittel- und Oberschicht anzutreffen und ist in Deutschland (mit Ansätzen aus anderen Erziehungsstilen) sehr häufig anzutreffen.

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