Diese Website verwendet Cookies für Analysen, personalisierte Inhalte und interessenbezogene Anzeigen. Indem Sie diese Website weiter nutzen, erklären Sie sich mit dieser Verwendung einverstanden. Weitere Informationen

Literatur des Mittelalters in Deutschland

Ein wichtiges Thema in der 10. Klasse in Deutsch ist die Literatur im Mittelalter. Genau hierzu liefert der Artikel Erklärungen und Beispiele.

1. Hauptperioden

Wenn wir über die deutsche Literatur des Mittelalters reden, unterscheiden wir drei Hauptperioden.

5. – 10. Jahrhundert

Frühes Mittelalter

vorwiegend klerikale Dichtung

10. – 13. Jahrhundert

Hochmittelalter

vorwiegend höfische Dichtung

13. – 15. Jahrhundert

Spätmittelalter

vorwiegend bürgerliche, städtische Dichtung

2. Zeitliche Einordnung

Das Mittelalter ist eine Epoche, die viele Jahrhunderte zusammenfasst. Der Begriff wurde in der Renaissance geprägt und beschreibt die Epoche zwischen Antike und Neuzeit.

Das Mittelalter ist gekennzeichnet von Agrarwirtschaft, Lehnsherrschaft und der Städtegesellschaft. Die Zugehörigkeit zu einem Stand wurde durch die Geburt bestimmt. Da die Mehrheit der Bevölkerung nicht lesen konnte, beschäftigten sich im Frühmittelalter vorwiegend Klerus, später auch Adel und Bürgertum mit Dichtung. Im Hochmittelalter kam die Geldwirtschaft auf, Zünfte entstanden, die Klöster erlebten eine Blütezeit und die Nahrungsversorgung wurde besser.

Das Christentum, denken wir nur an die Kreuzzüge, spielte eine erhebliche Rolle. Im mittelalterlichen Weltbild stand Gott an der Spitze und der Mensch war die Krone seiner Schöpfung. Der Mensch an sich galt als Teil der Gemeinschaft, nicht als Individuum. Das erklärt auch, warum viele literarische oder künstlerische Werke nicht signiert wurden. Themen mittelalterlicher Literatur sind nicht die persönlichen Erfahrungen der Verfasser, sondern stellen oft das Allgemeine dar, Gott, der Kampf von Gut gegen Böse usw. Besonders bekannt sind die Artussage und die Carmina Burana.

3. Literatur des frühen Mittelalters: Merkmale und Autoren

Typische literarische Formen des Frühmittelalters waren Gebete, aber auch Rätsel, Zaubersprüche, Sagen und Spielmannsepen.

Im frühen deutschen Mittelalter war die literarische Kultur vorwiegend klerikal geprägt. Dichtung handschriftlich zu fixieren und zu sammeln war ein Teil des klösterlichen Lebens.

  • Welche Konsequenzen hatte das für Inhalt und Verbreitung der Dichtung?
  • Gibt es überlieferte Werke aus dieser frühen Periode?
  • Worum geht es in dem Lied?
  • Wer sind berühmte Verfasser der frühmittelalterlichen Epoche?
  • Welche Gattungen umfasste die höfische Literaturkultur?
  • Wer sind berühmte Verfasser des Hochmittelalters?

Außerhalb der Klöster hatte diese Dichtung kaum ein Publikum. Hauptthemen waren die Übersetzungen von Gebeten und der Bibel. Es entstanden auch erste Wörterbücher.

Die Germanenstämme verfügten über eigene Erzählungen, die oft erst viel später aufgeschrieben wurden. Die meisten gelten als verschollen. Bekannt sind die Merseburger Zaubersprüche sowie das Hildebrandslied. Das Hildebrandslied aus dem 9. Jahrhundert gilt als ältestes überliefertes germanisches Heldenlied und wird dem Sagenkreis um Dietrich von Bern zugeschrieben.

Es beschreibt einen tragischen Vater- Sohn- Konflikt. Hildebrand kehrt nach 30jähriger Abwesenheit zurück und trifft seinen Sohn Hadubrand auf dem Schlachtfeld. Letzterer glaubt wiederum, sein Vater sei tot und so nimmt das unausweichliche Schicksal seinen Lauf. Mit Beginn des Kampfes um Leben und Tod zwischen den Männern bricht das Stück ab. Eine norddeutsche Überlieferung macht es wahrscheinlich, dass Hildebrand Hadubrand erschlagen hat.

Der Verfasser des Hildebrandsliedes ist unbekannt. Die Mönche haben ihre Schriften nicht signiert.

Eine Vertreterin der vorhöfischen Literatur ist Hildegard von Bingen. Wisse die Wege gilt als Beginn der deutschsprachigen Mystik.

4. Literatur des Hochmittelalters: Merkmale und Autoren

Im Hochmittelalter verlässt die Dichtung die Hemisphäre der Klöster. Das Publikum an den Höfen waren Adlige, Lehnsherren, Damen und Ritter. Vor allem das Rittertum mit seinen Ritualen und Symbolen prägte diese Zeit. Die hochmittelalterliche Literatur repräsentierte ritterliche Ideale.

Eine weltliche Komponente kam ebenfalls zur Dichtung dazu. Der Mensch bemühte sich, Gott und der Welt zu gefallen.

Wir unterscheiden zwischen epischen und lyrischen Gattungen. Einerseits sind hier die Heldenepen und Ritterromane zu nennen, andererseits die Minne- und Spruchlyrik.

Die Minnelyrik ist ein Bekenntnis des Herzens oder des Gefühls. Im Minnegesang finden sich zwei Auffassungen von Liebe: die christliche (ethische) Liebe und die sexuelle (antike) Liebe. Minnegedichte folgten einem strengen Reimschema und wurden zusammen mit einer Laute vorgetragen.

Die Spruchlyrik andererseits wollte erziehen und bilden und war oft auch politisch motiviert.

Neben Epos und Minnesang entwickelte sich die Vagantendichtung. Diese wurde in lateinischer Sprache niedergeschrieben und behandelte weltliche Themen.

Epen:

Hartmann von Aue, Erec und Iwein
Wolfram von Eschenbach, Parzival
Gottfried von Straßburg, Tristan und Isolde

Lyrik:

Walther von der Vogelweide
Heinrich von Morungen
Hartmann von Aue

Der Verfasser des berühmten Nibelungenlieds ist nicht bekannt.

5. Literatur des Spätmittelalters: Merkmale und Autoren

Mit der Entstehung von Städten im Spätmittelalter gewann das Bürgertum an Bedeutung. Zudem verlor der Ritterstand an Bedeutung. Etliche Universitäten und Schulen entstanden. Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg nahm der Analphabetismus ab.

Die Pestepidemie, auch „schwarzer Tot“, kostete ein Drittel der europäischen Bevölkerung das Leben.

  • Welche Konsequenzen hatte der kulturelle Aufschwung für die literarische Kultur?
  • Welche berühmten Werke und Autoren des Spätmittelalters sollte man sich merken?

Die Literatur wird nun weniger durch die Höfe, sondern vielmehr durch die Kultur der Städte geprägt.
Es entstand beispielsweise aus den Sängergemeinschaften der Pfarreien der Meistergesang. Da die Helden und Ritter meist adelig waren und die Minnesänger vorwiegend die höfischen Damen anpriesen, verloren diese Gattungen zunehmend an Bedeutung, da das Bürgertum natürlich bestrebt war, seine eigene Lebenswelt darzustellen. So wurden die höfisch geprägten Gattungen abgelöst von der Satire, der Fabel und dem Schwank. Viele Volkslieder, die im Mittelalter entstanden, sind heute noch bekannt. Auch geistliche Dramen und Legenden waren weit verbreitet.

Sebastian Brant, Das Narrenschiff (Satire)
Reineke Fuchs
Till Eulenspiegel

Meister Eckhart oder Eckhart von Hochheim
Hans Sachs
Oswald von Wolkenstein

6. Steckbrief Mittelalter

Frühes Mittelalter

Hochmittelalter

Spätmittelalter

Zeitraum

Träger der Literatur

Formen der Dichtung

Werke

Autoren

Deutsch-Nachhilfe finden

Zurück nach oben Zurück: Hyponyme und Kohyponyme Vorwärts: Kurz gesprochene Vokale