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PISA-Studie – die Hintergründe einfach erklärt

Alle drei Jahre ist die PISA-Studie mit ihren erfreulichen oder weniger erfreulichen Ergebnissen in aller Munde. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zur Studie und ihrer Methodik zusammengestellt

Seit dem Jahr 2000 wird die PISA-Studie alle drei Jahre durchgeführt und entwickelte sich während dieser Zeit regelrecht zum Schreckgespenst für viele Eltern. Untersucht werden hierbei unter anderem die Selbsteinschätzung, Lernmotivation und Lernstrategien der 15- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Ländern. Das Ergebnis wird seitens der Medien allerdings oft auf schwache Leistungen in bestimmten Bereichen reduziert.

Was ist die PISA-Studie

PISA-Studie

Alle drei Jahre finden PISA-Studien in Deutschland statt und das bereits seit dem Jahr 2000. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung geht es nicht darum, die korrekte Wiedergabe von Lerninhalten zu überprüfen. Untersucht wird vielmehr, ob und in welcher Art und Weise das erlernte Wissen in der Praxis angewendet werden kann. Einbezogen werden dabei mögliche Einflüsse des persönlichen Hintergrundes der Teilnehmenden, wie Geschlechtszugehörigkeit, Migrationshintergrund oder sozialer Herkunft. Diese Kriterien können sich auf das Niveau der gezeigten Leistung auswirken

Der Zweck der PISA-Studie besteht darin, eine Orientierung zu geben über die Chancengleichheit aller Schülerinnen und Schüler, bezogen auf Ihre Bildungsergebnisse.

Die Initiatoren der Studie sind die teilnehmenden Staaten, Auftraggeber sind die nationalen Bildungsministerien. Sie entscheiden über die Durchführung und tragen die Kosten. Eingesetzt wird dafür der PISA-Verwaltungsrat als oberstes Leitungsgremium.

In jedem Turnus werden unterschiedliche Schwerpunkte der PISA-Studie gesetzt, beispielsweise Mathematik oder Leseverständnis.

Die Methodik der PISA-Studie

Die PISA-Studie zielt auf eine bestimmte Altersgruppe ab, um die kognitive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler einschätzen zu können. Zum Zeitpunkt der Erhebung müssen die Teilnehmenden zwischen 15 und 16 Jahre alt sein. Des Weiteren müssen sie eine mindestens sechsjährige formale Bildung genossen haben. Unwichtig hingegen ist, ob sie eine Ganztags- oder Halbtagsschule besuchen, eine öffentliche oder private Schule oder ob sie den allgemeinbildenden oder berufsorientierten Bildungsgang gewählt haben. So entsteht eine einheitliche Basis für die Studie.

Die Stichproben kommen nach Anwendung technischer Standards zustande, wobei auch Ausschlüsse möglich sind. Die Ausschlussrate muss aber unter fünf Prozent liegen.

Ist eine Schule für die PISA-Studie ausgewählt worden, so wird ein Schulkoordinator oder eine Schulkoordinatorin benannt, der oder die eine Liste der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erstellt. Diese Liste wird an das PISA-Zentrum des jeweiligen Landes übermittelt. Danach wird die Genehmigung der Eltern eingeholt.

Beim Test selbst werden nach dem Zufallsprinzip an die Teilnehmenden Testhefte verteilt, wobei alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Anweisungen für die Tests erhalten. Der Test erfolgt in zwei Teilen, einem mit zu lösenden Aufgaben und einem mit Hintergrundfragen. In manchen Ländern erfolgt ein weiterer, computergestützter Test.

Die Testfragen werden durch die teilnehmenden Länder erstellt und miteinander abgestimmt, auch internationale Vertragspartner werden hier miteinbezogen. Getestet wird mit Hilfe von Multiple-Choice-Fragen, wobei die Fragen sich auf reale Lebenssituationen beziehen.

Die Ergebnisse des Tests liefern Erkenntnisse über das Lernen und Lehren in den einzelnen Ländern. Schreib- und Lesekompetenz, Mathematik oder Naturwissenschaften liegen jeweils im Fokus. Getestet wird dabei nicht das reale Wissen, sondern dessen Anwendbarkeit.

Für die Erhebung wird eine Auswahl an Fragen herangezogen. Die Testhefte sind nicht landesweit gleich, es gibt pro Land mindestens 13 verschiedene Hefte. In einer Gruppe von 35 Schülern und Schülerinnen bekommen nicht mehr als drei Teilnehmer das gleiche Heft.

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2012

Schultest

Im Jahr 2012 lag der Schwerpunkt der PISA-Studie auf dem Bereich Mathematik. Als Nebenkomponenten wurde auf Lesekompetenz und Naturwissenschaften eingegangen. Zum ersten Mal war es diesmal durch die besondere Ausgestaltung der Fragen möglich, auch die Allgemeinbildung der Schülerinnen und Schüler über finanzielle Fragen beurteilen zu können. Erhoben wurden des Weiteren aktuelle Trenddaten zur Entwicklung der Kenntnisse in den oben genannten Bereichen.

Bei den Leistungen in Mathematik rangierte China an erster Stelle, danach folgte Singapur. Die OECD-Länder werden von Korea angeführt, gefolgt von Japan und der Schweiz.

Im Bereich der Lesekompetenz und auch im Fachbereich Naturwissenschaften schnitten China, Singapur und Japan am besten ab.

Deutschland erreichte in allen Gebieten einen überdurchschnittlichen Wert, wobei aufgrund der Stichproben nicht für jedes Land ein konkreter Platz ermittelt werden kann. Es wird lediglich eine ungefähre Stellung im Vergleichsfeld berechnet.

Bei der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 schloss Deutschland sehr schlecht ab, danach setzte die Bildungspolitik erste Reformen durch. Verbesserungen zeigten sich bereits 2003, auch 2006 schnitt Deutschland weitaus besser ab. Die Schreib- und Lesekompetenz bereitet weiterhin Sorge. So betrug der Anteil der schwachen Leserinnen und Leser im Jahr 2009 immer noch 18,5 Prozent. Die betreffenden Schülerinnen und Schüler konnten zwar lesen, das Gelesene aber nicht verstehen. Erfreulich an der letzten Studie 2012 ist, dass die Teilnehmenden erstmalig durchweg überdurchschnittliche Leistungen erbracht hatten. Zugrunde gelegt wurde hier der OECD-Durchschnitt.

Zu den Erkenntnissen aus 2012 gehört auch, dass nicht nur das Wissen und dessen Anwendbarkeit im Bereich Mathematik sichtbar gesteigert werden konnten, sondern auch die allgemeine Chancengleichheit in der Bildung. Es besteht zwar nach wie vor ein Rückstand von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern gegenüber solchen mit höherem sozio-ökonomischen Status, aber der Unterschied ist merklich kleiner geworden. Außerdem wurde erkannt, dass kein automatischer Zusammenhang zwischen einer gestiegenen Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und der Gesamtleistung einer Schule besteht. Sozial-ökonomisch schlechter gestellte Schulen können dies durch eine höhere Anzahl gut ausgebildeter Lehrer ausgleichen.

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